Es gab mal Gaea die Erste, die Mutter Erde, die heilige griechische Göttin. Sie stand in der Stollwerck Passage und wurde von Pilgern verehrt, die zwischen dem Cölner Hofbräu Früh und dem Einkaufsparadies der Hohe Straße pendelten. Es war alles schön und gut, bis ein Streit zwischen dem Stollwerck und der Stadt Köln entstand – wem gehört eigentlich die Mutter Erde? Die beiden Parteien konnten sich in der Frage nicht einigen, so wurde die Göttin abgebaut und versteckt. Zum Glück hat der Schöpfer der ersten Gaea, der Bildhauer Gerhard Marcks, seinerzeit eine zweite Gussform angefertigt – er war mit den Beinen der Göttin nicht ganz zufrieden und hoffte auf eine Gelegenheit, die noch zu ändern. Und da kam sie – die ultimative Gelegenheit – die neue Mutter Erde wurde gegossen und auf dem leer gewordenen Platz aufgestellt.

Was passierte dann mit der verbannten Göttin? Man wusste jetzt nicht wirklich, wohin mit ihr – so wurde sie nach Schäl Sick, auf „die falsche Seite“ geschickt und verbringt seitdem ihre Tage zwischen den Bäumen des Rheinparks. Leider bekommt sie dort deutlich weniger Verehrer zu sehen, als ihre jüngere Schwester. Dabei denkt sie sich bestimmt, sie alle wollen nur ihre schönen Beine sehen…